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Ihr offizieller Name war “Baby Blue von der Hummelwiese”, gerufen wurde sie aber Jeanny (oder Mini, wegen der “Größe” ihrer Ohren).
Wenn uns die Leute zu Hause besuchen kamen, hatten sie stets enorme Schwierigkeiten uns Beardies auseinander zu halten. Nicht so bei Jeanny, durch ihr etwas “anderes
Aussehen” hatte wirklich keiner auch nur die geringsten Probleme sie wieder aus dem großen Rudel herausfinden! Jeanny unterschied sich aber nicht nur rein äußerlich von
uns anderen, sondern auch in ihrem Wesen. Mit ihr konnte es so leicht keiner aufnehmen, dazu war sie viel zu pfiffig.
Frauchen behauptet zwar immer noch, daß sie viele ihrer grauen Haare den ersten zwei turbulenten Lebensjahren von Jeanny zu verdanken hat, aber das
glaubt ihr keiner so richtig. Naja, Jeanny war zwar nicht immer die Bravste und hat auch einiges angestellt (z.B. Tapeten von der Wand geholt, Stuhlbeine mit schicken neuen Schnitzereien
verziert, Telefonkabel durchgetrennt, lästige Teppichfransen gekürzt ...) aber dafür hatte sie auch viele Vorteile. Jedenfalls hat Frauchen über keinen jemals so viel lachen können wie über
Jeanny, und das ist doch wirklich etwas Schönes, oder!?
Ausstellungen hat Mini nur zweimal besucht, und das hat ihr
schon völlig gereicht! Es war für sie eine wahre Horrorvorstellung, daß dort so viele interessante Hunde herumliefen und sie nicht mit ihnen spielen durfte, sondern sich -ganz im Gegenteil- anständig benehmen
mußte, brav an der Leine laufen und dann auch noch eine ganze Weile still stehen sollte ohne sich zu bewegen! So etwas fand sie einfach zu Blöd! Da hatte Jeanny doch viel mehr Spaß,
wenn sie die Ziegen, Esel oder Pferde auf dem Hof zusammen treiben durfte, oder mit der Sippe quer über die Felder rasen konnte. Wenn die “Aussteller” von ihrer Tour wieder nach Hause
kamen hatte Jeanny auf alle Fälle immer sehr viel mehr zu erzählen als die “Reisenden”
In der Mutterrolle fühlte Jeanny sich nie sonderlich wohl,
jedenfalls nicht, wenn die Babies noch sehr klein waren. Natürlich kam sie ihren Pflichten stets nach, aber die sonst übliche Begeisterung fehlte ihr. Zum Glück fand sie
tatkräftige Unterstützung in ihrer ältesten Tochter Sarah. Sie teilten sich die Arbeit bei der Aufzucht der Welpen: Jeanny gab ihnen die Milch, und Sarah übernahm anschließend die Pflege und Betreuung der Kleinen.  Für Jeanny wurden Welpen eigentlich erst dann so richtig
interessant, wenn sie mindestens 10 Wochen alt waren, und sich die anderen erwachsenen Beardies schon mal eher durch die Kleinen in ihrer Ruhe gestört fühlten. Ihre bevorzugte Aufgabe und Leidenschaft war es dann,
die Erziehung und Ausbildung der Teenies und Halbstarken zu übernehmen. Diesen Job hat sie immer sehr geliebt und erledigte ihn sehr gewissenhaft sobald sich die Gelegenheit dafür ergab und natürlich
auch beim Nachwuchs der anderen Mamas.
Zum Glück war Mini bis ins hohe Alter
noch recht fit und munter. Es ärgerte sie nur immer gewaltig, daß ihre Augen und Ohren in ihrer Leistung schon ziemlich nachgelassen hatten, und sie (ungeachtet ihres andauernd auf Empfang ausgerichteten
“Satelitenohres”) meistens das Gefühl hatte etwas Wichtiges zu verpassen.
Von Jeanny-Mini fiel uns allen der Abschied ganz besonders schwer. Sie war ein Beardie wie
kein anderer und hat uns ihr lebenlang durch ihr clevres, lustiges und aufmerksames Wesen unglaublich viel Freude gemacht. Leider hat nicht einer von ihren Nachkommen ihr Aussehen
geerbt, aber zum Glück haben wenigsten einige ihr pfiffiges Wesen mitbekommen.
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